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Irak-Krieg 2003 / 25.03.03 / Tag 5
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Foto: AP

Auf einem Platz in Tripoli/Nordlibanon werden Pakete mit amerikanischen Produkten verbrannt.

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Die Arabische Liga

Der Gipfel der Staaten der Arabischen Liga in Kairo forderte den sofortigen Stopp aller Kampfhandlungen und den Abzug der allierten Truppenim aus dem Irak.
In der Abschlusserklärung wird der Krieg gegen den Irak als Missachtung der Wünsche der Mehrheit im UN-Sicherheitsrat und als Verstoß gegen internationales Recht und die UN-Charta bezeichnet. Die USA und Großbritannien werden für alle Folgen und Auswirkungen des Krieges verantwortlich gemacht. Alle Staaten werden aufgerufen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Irak einzumischen.
Die ägyptische Tageszeitung al-Shaab bezeichnet Amerika als Land der "Feinde des Islam" und richtet die Worte "Amerikanische Soldaten haben im Südirak den ehrwürdigen Koran verbrannt, sie haben auf ihn gespuckt und ihn mit Füßen getreten. Dies sind also die Freunde des ägyptischen Machthabers." an Mubarak.
Die syrische Tageszeitung al-Tashreen weist auf die "heldenhafte Entschlossenheit und Todesverachtung des irakischen Volkes im Widerstand und seine Aufopferung für die Verteidigung der Heimat" hin.

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Foto: DPA

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Britischer Soldat und britische Atillerie vor Basra

Wie vor Basra, stoßen die Truppen auch vor anderen Städten wie Nasirija und Nadschaf auf härteren Widerstand seitens der irakischen Armee und Einheiten republikanischer Garden, als erwartet. Teilweise verzichten die alliierten Truppen deshalb auf die Eroberung von Stadtgebieten.
Hinzu kommt, dass sich die irakischen Truppen auf Taktiken des Guerillakampfes umstellen - teilweise wird Zivilkleidung getragen, um sich alliierten Soldaten und Verbänden unerkannt zu nähern, es werden mit schwächeren Waffen punktuelle Angriffe gestartet und mit weissen Fahnen scheinbare Kapitulationen signalisiert, um dann nach Annäherung feindlicher Soldaten diese zu bekämpfen.
Die Guerilla- und Häuserkämpfe werden die von Saddam Hussein zynisch als "Mutter aller Schlachten" beziechneten Kämpfe sein, in die irakische, amerikanische und britische Soldaten krepieren werden.
Der Operationsspielraum der alliierten Truppen wird gleichzeitig durch Wüstenstürme behindert.

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Armeekonvoi im Wüstensturm.

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Grafik: Reuters

Geplante Flüchtlingslager.

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Lebensmittelvorräte in einem Flüchtlingslager.

Um den Irak herum bereiten sich die Hilfsorganisationen mit dem Aufbau von Flüchtlingslagern auf Flüchtlinge vor.
Viele Iraker können sich gar nicht die Flucht leisten, weil von Transporteuren teilweise horrende Summen gefordert werden. Auch die Gefahrenlage auf den Wegen zu den Flüchtlingslagern halten viele Iraker davon ab, die Städte zu verlassen. Und während sich die Vorratslager in den Flüchtlingslagern langsam füllen, werden Nahrungsmittel, Trinkwasser und Arzneimittel in den umkämpften Städten immer knapper.

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Sicherheitskraft vor dem Kongress

US Präsident Bush beantragte für den Irak-Krieg beim US Kongress rund 75 Milliarden US $, die für die nächsten sechs Monate reichen sollen. Andere Stimmen sprechen von 100 bis 200 Milliarden US $, die der Krieg die USA kosten wird.
Rund 63 Milliarden US $ sind für Kriegsgerät und Streitkräfte vorgesehen, rund 1,6 Milliarden US $ für die Länder der "Koalition der Kriegswilligen", rund 4 Milliarden für Anti-Terror Massnahmen in den USA und rund 5 Milliarden für Hilfszahlungen an Israel, Ägypten, Jordanien und die Türkei.
Nur ca. 3.5 Milliarden US $ sieht Bush für den Wiederaufbau Iraks und humanitäre Hilfe vor.
Im Golfkrieg von 1991 hatten die USA nur 12% der Gesamtkosten getragen, den Rest übernahmen die Verbündeten Saudi-Arabien, Kuwait und Deutschland.

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Das irakische Fernsehen zeigt Bilder von zwei gefangenen US-Kampfpiloten.

Nach der Forderung von US Präsident Bush, die Genfer Kriegskonvention zu wahren und der Zustimmung des irakischen Regimes wurden diesmal zuerst die Gesichter der betroffenen Soldaten unkenntlich gemacht. Später waren die Soldaten wieder ganz zu sehen und für die Fernsehkamera mit Tee versorgt.

Nicht nur immer mehr Zivilisten müssen das Leid des Krieges am eigenen Leib erfahren, sondern auch die Soldaten beider Kriegsparteien.

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Verletzter US Soldat wird medizinisch versorgt.

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Foto: AP

Kriegsopfer im Al-Numan Krankenhaus in Bagdad.

Mittlerweile werden auch Splitter- und Clusterbomben von Bomben und Kampfjets abgeworfen, Kriegskritiker behaupten, dass die Vorräte an sogenannten "Präzisionsbomben" gar nicht ausreichen. Trotzdem laufen die Bombardierungen auf Städte im Nord- und Südirak und auf Bagdad permanent weiter.

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Foto: DPA

Zerstörtes Wohnhaus im Stadtviertel Al-Aazamiya in Bagdad.

Es häufen sich Meldungen über zerstörte Wohnviertel, die in den Pressekonferenzen des US Central Commands als "technische Fehler" bezeichnet und mit den Zielaufnahmen von Cruise Missiles beantwortet werden.