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Rechtstexte & Definitionen zur Ano- und Pseudonymität

Der Begriff Anonymität stammt vom griechischen Wort für Namenlosigkeit. Darüber hinaus das Nichtbekanntsein, Nichtgenanntsein. Absolut kein Personenbezug

1.2. Was muss fehlen, damit Identität zur Anonymität wird? Der gesetzliche Name Adressen Alphanumerische Symbole Pseudonyme Verhaltensmuster Soziale Kategorisierung Zertifikate und Bestätigungen

Bundesdatenschutzgesetz
§ 3 Weitere Begriffsbestimmungen

(6) Anonymisieren ist das Verändern personenbezogener Daten derart, daß die Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können.
(6a) Pseudonymisieren ist das Ersetzen des Namens und anderer Identifikationsmerkmale durch ein Kennzeichen zu dem Zweck, die Bestimmung des Betroffenen auszuschließen oder wesentlich zu erschweren.

§ 3a Datenvermeidung und Datensparsamkeit

Gestaltung und Auswahl von Datenverarbeitungssystemen haben sich an dem Ziel auszurichten, keine oder so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere ist von den Möglichkeiten der Anonymisierung und Pseudonymisierung Gebrauch zu machen, soweit dies möglich ist und der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck steht.
Teledienstedatenschutzgesetz
§ 4 Pflichten des Diensteanbieters

(6) Der Diensteanbieter hat dem Nutzer der Inanspruchnahme von Telediensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.

§ 6 Nutzungsdaten

(3) Der Diensteanbieter darf für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung der Teledienste Nutzungsprofile bei Verwendung von Pseudonymen erstellen, sofern der Nutzer dem nicht widerspricht. Der Diensteanbieter hat den Nutzer auf sein Widerspruchsrecht im Rahmen der Unterrichtung nach § 4 Abs. 1 hinzuweisen. Diese Nutzungsprofile dürfen nicht mit Daten über den Träger des Pseudonyms zusammengeführt werden.
Volkszählungsurteil/Recht auf informationelle Selbstbestimmung
1. Unter den Bedingungen der modernen Datenverarbeitung wird der Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten von dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG umfaßt. Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.

2. Einschränkungen dieses Rechts auf "informationelle Selbstbestimmung" sind nur im überwiegenden Allgemeininteresse zulässig.
Mediendienstestaatsvertrag
§ 13 Datenschutzrechtliche Pflichten des Anbieters

(1) Der Anbieter hat dem Nutzer die Inanspruchnahme von Mediendiensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.
(4) Nutzungsprofile sind nur bei Verwendung von Pseudonymen zulässig. Unter einem Pseudonym erfaßte Nutzungsprofile dürfen nicht mit Daten über den Träger des Pseudonyms zusammengeführt werden.
Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation)
In Erwägung der Gründe

(9) Die Mitgliedstaaten, die betroffenen Anbieter und Nutzer sowie die zuständigen Stellen der Gemeinschaft sollten bei der Einführung und Weiterentwicklung der entsprechenden Technologien zusammenarbeiten, soweit dies zur Anwendung der in dieser Richtlinie vorgesehenen Garantien erforderlich ist; als Ziele zu berücksichtigen sind dabei insbesondere die Beschränkung der Verarbeitung personenbezogener Daten auf das erforderliche Mindestmaß und die Verwendung anonymer oder pseudonymer Daten.

Artikel 6 Verkehrsdaten

(1) Verkehrsdaten, die sich auf Teilnehmer und Nutzer beziehen und vom Betreiber eines öffentlichen Kommunikationsnetzes oder eines öffentlich zugänglichen Kommunikationsdienstes verarbeitet und gespeichert werden, sind unbeschadet der Absätze 2, 3 und 5 des vorliegenden Artikels und des Artikels 15 Absatz 1 zu löschen oder zu anonymisieren, sobald sie für die Übertragung einer Nachricht nicht mehr benötigt werden.
Abwehr von Beobachtung / Überwachung unkonkret, generell, allgemein, Rasterfahndung, Vorratsdatenspeicherung, Analyse sozialer Netzwerkdienste und Weblogs, Marktforschuung, Imageanalyse (Verhinderung negativer PR für Firma und Produkt) Profile und Muster Sammlung von Daten und Informationen, die man einer Person zuordnen kann, zu einem bestimmten Zweck (Re-)Kombinierung von Daten und Informationen, Auswertung -> Persönlichkeitsprofil Interessens- und Bedarfsprofil Beziehungsprofil Verhaltens- und Gewohnheiten-Muster Bewegungsprofile Identifizierung Zuordnung von Daten / Inhalten / Informationen, Aktionen zu einer bestimmten Person, deren persönliche Daten bereits bekannt sind (Name, Adresse, Geschlecht, Alter usw.) Schutz vor Sanktionen Benachteiligung, Verfolgung bei Offenbarung öffentlichkeitswürdiger Inhalte, die der eigentliche Produzent und Eigentümer der Inhalte geheim halten will Auf Vorurteilen und Voreingenommenheit basierte Reaktionen aufgrund bereits bestehendem Bekanntheitsgrad einer Person Aüßerung von Meinungen, die auf eine breite Ablehnung stoßen, da sie nicht von der Mehrheit geteilt werden und zu Belästigung und Pranger führen Status und Kategorisierung als Verdächtiger, weil man einem Muster / Raster enstpricht Ausnutzung der Profilinformationen für "social Engineering" Wegfall der Neutralität zukünftiger & potentieller Arbeitgeber aufgrund gefällter Vorurteile / Beurteilungen, die auf erstellten Online-Profilen basieren Freie Meinungsäußerung / Redefreiheit / Informationsfreiheit Whistleblower Weitergabe von Informationen, über die stillschweigenede Vereinbarungen oder offizielle Anordnungen bezüglich ihrer Nichtverbreitung oder Thematisierung bestehen Erhalt von Informationen, ohne Verdacht zu erregen und nachträglich bei der Informationsbeschaffung behindert zu werden Informationelle Selbstbestimmung Verhalten Inanspruchnahme von Beratung zur Bewältigung persönlicher Krisen und Probleme und zur Lösung von Konflikten mit anderen Personen oder Institutionen
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