Weil mir der Rabe seit Jahren seinen Namen als Netzpseuodonym und als Titel meiner Site leiht und der Rabe mein Totemtier wäre, wenn ich als Indianer in Nordamerika leben würde, habe ich dem Raben diese kleine Seite geschrieben. Auch, um auf die Probleme hinzuweisen, mit denen der Rabe und die Rabenvögel konfrontiert sind.
Dabei bitte ich zu berücksichtigen, dass ich kein Ornithologe bin ;o)
Der Rabe hatte für die Menschen schon immer eine große Bedeutung. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass er, neben seinen Verwandten, den Krähen und Elstern, in vielen Mythen, Religionen und Märchen auftaucht. In der nordischen Mythologie treten die zwei Kolkraben Hugin und Munin hervor, die als Boten und Späher für den Gott aller Götter Odin / Wodan die Welt erkunden und Bericht erstatten und den einäugigen Gott eigentlich erst in die Lage versetzen zu sehen und zu verstehen. Dehalb nennt man Odin auch Hrafnagud, den Rabengott. Hugin steht dabei für den Gedanken / das Denken, Munin für das Gedächtnis / die Erinnerung. Man könnte auch sagen, die beiden Raben sind für Odin Computer, Suchmaschine, Newsletter und Datenbank in einem.
Auch einer der wichtigsten keltischen Götter, der Sonnen- / Lichtgott Lugh / Lugos, gleichzeitig Schutzgott der Magier, Krieger und Dichter, Schöpfer der Künste, wird stets von einem Raben begleitet.
In dem Märchen "Die sieben Raben" von Ludwig Bechstein spielt der Rabe die Hauptrolle. Bei vielen nordamerikanischen Indianerstämmen ist der Rabe eines der wichtigsten Totemtiere und gilt gar als Schöpfer der Welt.

Seit der Christianisierung trägt der Rabe keine positiven Züge mehr. Wie bei den Fledermäusen und Flughunden wird der Rabe mit der als Bedrohung und Sphäre des Bösen empfundenen Nacht in Verbindung gebracht. Als schwarz gefiederter Allesfresser, der auch Aas oder die Leichen auf den Schlachtfeldern vergangener Kriege nicht verschmäht, gilt er als Todes- und Unheilsbote und sein Erscheinen wird als böses Omen gedeutet. Auch hier ist er Begleiter, aber von Hexen und des Teufels.
Schon an den Funktionen, die Raben in den vorchristlichen Mythen und nichtchristlichen Religionen übernehmen und den Göttergestalten, die ihnen zugeordnet werden, läßt sich ablesen, dass der Rabe als findiger und "intelligenter" Vogel gilt. Weitere Eigenschaften, die man an Raben beobachtet sind Neugierde, eine hohe Lern- und Anpassungsfähigkeit und ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Anders als im Volksmund und teilweise in der menschlichen Gesellschaft sind Raben mitnichten "Rabenväter" oder "Rabenmütter".
Auch als "biologische Waffe" gegen Taubenplagen hat sich der Rabe in Form von Rabenplastikattrapen als nützlich für geplagte Städte und Stadtbewohner erwiesen, denn Tauben nehmen beim Anblick von Raben reißaus.
Der Rabe wird oft mit seinen Brüdern und Schwestern, den Rabenkrähen verwechselt:
In Mitteleuropa wurde der Rabe über Jahrhunderte so vehement mit Abschüssen, Fallen und Gift verfolgt, dass er in weiten Teilen Mitteleuropas bereits Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet war. Neben der Dämonisierung durch die christliche Religion spielten dabei auch viele Vorurteile eine Rolle. So verdächtigt man den Raben immer noch des Nestraubs, der zur Ausrottung der anderen Singvögel führe und auf Weiden würde er neugeborene Kälber und Lämmer reissen, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen längst das Gegenteil bewiesen haben.
Es scheint, dass dem Raben andere Ursachen wie zum Beispiel die extensive Landwirtschaft und die Umweltverschmutzung oder fehlinterpretierte Beobachtungen von "Augenzeugen" in die Schuhe geschoben werden. Schon allein die "Ausstattung" des Rabens, mit seinem zwar großen, aber stumpfem Schnabel und den nicht vorhandenen Greifkrallen, zeigt, dass der Rabe kein Raub- oder Greifvogel ist, der sich auch so ernähren könnte wie ein Raubvogel.
Hinzu kommt noch die Verwechselung mit Krähen und Elstern, die als Rabenvögel in einigen Bundesländern leider bejagt werden dürfen und denen vielleicht in einiger Zeit die gleiche Gefahr der Ausrottung droht wie den Raben.
Seit einigen Jahren konnten durch Vogelschutzaktionen die Bestände der Kolkraben in Deutschland erhöht werden, so dass man den Raben auch wieder in anderen Gebieten antrifft.
