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Irak-Krieg / 01.04.03
01.04.2003

Massaker bei Nadschaf

An einem Kontrollpunkt nahe der Stadt Nadschaf richteten US-Soldaten der 3. Infanteriedivision ein Massaker an - bei dem Selbstmordanschlag am Samstag waren 4 Soldaten der 3. Infanteriedivision getötet worden.
Sie feuerten auf einen Kleinbus, der sich ihrem Kontrollpunkt bei Nadschaf näherte und laut Aussage der US Truppen nach Warnschüssen nicht anhielt. Durch die Schüsse wurde 7-10 Frauen und 5 Kinder unter 5 Jahren ermordet.
Der Sprecher eines Teams des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) fand zu dem Massaker nur die Worte "Was wir gesehen haben, das ist Horror".

Dieses Kriegsverbrechen wurde von Vertretern der USA und Großbritannien durch Aufrechnung mit den Toten, die das Hussein-Regime bisher mit sich gebracht hat, auf schäbigste Weise "entschuldigt".
So machte Militärsprecher Frank Thorp vom US-Oberkommando Mitte im Golfemirat Katar die irakische Regierung für den Zwischenfall verantwortlich, da immer wieder Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde missbraucht würden. "Daher fällt das Blut dieses Zwischenfalls auf das Regime von Saddam Hussein" sagte Thorpe.
Der britische Staatsminister im Verteidigungsministerium, Adam Ingram, sagte "dies ist eine Tragödie, wie sie in der Hitze des Krieges passiert". Dies sei aber etwas ganz anderes als "das Abschlachten des irakischen Volkes durch Saddam Hussein".

Ja, so einfach ist das und da es unter Hussein eine große Zahl an Ermordeten gegeben hat, dürfen wir wohl im Laufe dieses dreckigen Krieges auch noch mit einer großen Zahl ähnlicher Massaker rechnen - wollen sich die US Soldaten My Lai zum Vorbild nehmen? Sieht so die Sorge für das Wohl der Zivilbevölkerung aus, auf die Truppensprecher penetrant hinweisen?

01.04.2003

TIME Bild vom Massaker in My Lai

Im März des Jahres 1969, während des Vietnam-Krieges töteten US Soldaten 347 Zivilisten auf grausamste Art und Weise und löschten damit das gesamte Dorf My Lai aus.
Ein Soldat der 11th leichten Infanteriebrigade schrieb 6 Monate später an einen Major Colin Powell einen Brief, in dem er von Massakern und Folterungen vietnamesischer Menschen durch ganze Einheiten der US Army berichtete. Der Major versuchte, die Vorfälle zu vertuschen und als Einzelfälle herunterzuspielen. In Antwort auf den Brief des Soldaten schrieb Powell "In direct refutation of this portrayal is the fact that relations between Americal soldiers and the Vietnamese people are excellent."
Wir kennen heute Major Powell als US-Außenminister, der immer als einer der "Guten" oder "Tauben" innerhalb der Bush-Administration portraitiert wird - wie naiv die Medien doch sind.

01.04.2003

US Soldaten hinterlassen mildtätige Almosen für irakische Kinder.

Zur Zeit leiden laut UNICEF 20-32% der irakischen Kinder unter 5 Jahren an Mangelernährung, im Süden Iraks werden es noch mehr sein. Im Verlauf dieses Krieges werden viele dieser Kinder durch den Krieg verhungern.
Im Laufe der UNO-Sanktionen und des Embargos sind nach Schätzungen seit 1991 ca. 800.000 Kinder durch die Sanktionen und Embargos an Hunger und Krankheiten elend gestorben.
Der Irak-Krieg wird diese Zahl erhöhen.

01.04.2003

Arbeiter des US Halliburton Konzerns an irakischen Ölquellen

Schon während der Zeit von 1991-2003 wurde das irakische Öl dazu verwendet, die Taschen der Konzerne zu füllen. Über das Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" wurden Millionen Barrel irakisches Öl für niedrigste Preise aus dem Irak geschafft, der Irak bekam für die Erlöse Lebensmittel.
Während der Kolonialzeit des vorigen Jahrhunderts bis in unsere Zeit hinein wurden bereits die Rohstoffe aus den Ländern der 3. Welt zu Niedrigstpreisen herausgeholt, die Bevölkerung wurde dafür mit Importen aus der "zvilisierten Welt" beglückt.
Schon jetzt verdienen amerikanische Konzerne wie Halliburton, dessen ehemaliger Chef der heutige US Vizepräsident Dick Cheney war, an und durch den Krieg. Das Öl gehört dem irakischen Volk sagte US Präsident in einer seiner Kriegsreden - wie lange noch?

01.04.2003

Töne aus der CDU

CDU Parteivorsitzende Angela Merkel gibt auf die Nachfrage durch die ARD Moderatorin Gabi Bauer, ob sie für oder gegen den Irak Krieg sei zur Antwort: "Ich halte den Irak-Krieg für unvermeidbar."
In dem Text "Meine Haltung zum Irak-Konflikt" äußert sich Angela Merkel:
"(...)
Niemand weiß, ob Einigkeit im Druck auf Saddam Hussein ihn zur friedlichen Entwaffnung gezwungen hätte. Aber diese Einigkeit im Druck war die einzige Chance.
Das ist es auch, was mich bewegt, wenn ich sagen muss, dass diejenigen, die wie die Bundesregierung durch kategorische Vorfestlegungen diese Einigkeit und Geschlossenheit erschwert oder am Ende gar verhindert haben, den Krieg wahrscheinlicher und nicht unwahrscheinlicher gemacht haben.
(...)
Jetzt ist der Krieg traurige Realität. In dieser Situation steht es für mich außer Frage, dass die CDU in der Auseinandersetzung der alliierten Streitkräfte mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein nicht neutral sein kann, sondern an der Seite der USA und ihrer Verbündeten stehen muss.
(...)
Der Einsatz militärischer Gewalt muss immer das letzte Mittel - die ultima ratio - bleiben. Den Einsatz militärischer Gewalt als letztes Mittel aber kategorisch auszuschließen, halte ich für unverantwortlich. Als letztes Mittel wird er in manchen Konflikten, so auch in diesem, unausweichlich sein und bleiben.
(...)"