Diese Anleitung dient der Einrichtung von MPlayer unter Fedora Core Linux. MPlayer ist ein Multimediaplayer für Linux, der eine Vielzahl von Formaten abspielen kann.
Die Anleitung geht nicht auf die Installtion von Mplayer mit Samba, DVB und LIRC Unterstützung ein.
Die Anleitung ist so angelegt, dass MPlayer mit einem möglichst minimalen Kompilierungsaufwand eingerichtet wird und Linuxanfänger eine Liste von Schritten abarbeiten können, an deren Ende ein voll funktionsfähiger MPlayer zur Verfügung steht.
# kommando bedeutet, dass ein Kommando in der Konsole über ein Terminalprogramm ("# " steht als Platzhalter für die Konsole) wie Gnome-Terminal, xterm usw. eingegeben wird.
Wer die Kommandos nicht selbst in der Konsole eingeben möchte, kann auch kommando hier auf der Seite markieren und per Copy & Paste in der Konsole einfügen (hier durch Klick auf die mittlere Maustaste im Terminal).
Fast alle Schritte müssen mit den Rechten des root Benutzers ausgeführt werden. Deshalb öffnet man am besten direkt eine Konsole mit Gnome-Terminal, xterm etc. und wechselt mit # su root und der anschließenden Eingabe des Passwortes von root zum root Benutzer und lässt die Konsole während der gesamten Einrichtungsphase geöffnet.
Wo Schritte als normaler Benutzer ausgeführt werden, wird dies gesondert angegeben.
Müssen Dateien angelegt, bzw. editiert werden, kann man aus der root Konsole heraus die Datei mit dem Editor der Wahl öffnen, z. B. mit # gedit dateiname, # kedit dateiname, # gvim dateiname.
Wer bereits mit Yum, RPM vertraut ist und die Konfigurationsdateien für das Fedora, Fedora-Updates, Freshrpms und DAG Repository installiert hat, kann den nächsten Abschnitt Vorbereitungen überspringen.
Zur Einrichtung von MPlayer werden vier Yum Repository Konfigurationsdateien für den Download und die Installation einer Reihe von RPM Paketen benötigt.
RPM ist die Abkürzung für RPM Paket Manager, dem Paketmanagementsystem von Fedora für die Softwarearchive im RPM Format. Yum ist die Abkürzung für Yellowdog Updater, Modified, ein Paketmanager für RPM Pakete. RPM Pakete stehen in sogenannten RPM Repositories zum Download bereit.
Man unterscheidet fertig vorkompilierte RPM Pakete (erkennbar an der Dateiendung paketname.rpm), die sofort installiert werden können und RPM Pakete, die ein Quellcodearchiv und eine Kompilieranweisung enthalten (erkennbar an der Dateiendung paketname.src.rpm), die zuerst mit RPM übersetzt und anschließend mit RPM installiert werden.
Datei Nr. 1: fedora-base.repo für das Fedora Release Repository
[base] name=Fedora Core $releasever - $basearch - Base mirrorlist=http://fedora.redhat.com/download/mirrors/fedora-core-$releasever enabled=1 gpgcheck=1
Datei Nr. 2: fedora-updates.repo für das Fedora Updates Repository der Release Pakete
[updates-released] name=Fedora Core $releasever - $basearch - Released Updates mirrorlist=http://fedora.redhat.com/download/mirrors/updates-released-fc$releasever enabled=1 gpgcheck=1
Datei Nr. 3: dag.repo für das DAG Repository
[dag] name=Fedora DAG baseurl=http://apt.sw.be/fedora/$releasever/en/$basearch/dag enabled=1 gpgcheck=1
Datei Nr. 4: freshrpms.repo für das Freshrpms Repository
RPM Pakete werden von den Erstellern mit einer Signatur versehen, die mit dem Verschlüsselungsprogramm GnuPG erstellt werden. Yum überprüft diese Signaturen, wenn die Überprüfung für Pakete eines Repository mit der Option gpgcheck=1 aktiviert wurde, wie das bei den vier Konfigurationsdateien der Fall ist.
Zur Überprüfung benötigt Yum bzw. RPM die passenden GnuPG Schlüssel, die wir noch herunterladen, bzw. in die RPM Datenbank importieren müssen.
Über die jetzt angelegten Konfigurationsdateien kann Yum die Repositories nach RPM Paketen befragen und die für MPlayer benötigten Pakete von dort herunterladen, installieren und die Signaturen überprüfen.
Soweit nicht anders angegeben, ist mit Angabe des Paketnamens gleichzeitig auch der Download bzw. Installation des zugehörigen Entwicklerpaketes gemeint, erkennbar an paketname-devel.rpm.
Für das arts-version.rpm Paket würde also der Name des Entwicklerpakets arts-devel-version.rpm lauten.
Folgende RPM Pakete werden aus den Fedora Core Repositories benötigt:
Um sicherzustellen, dass nur die Fedora Repositories verwendet werden und es zu keinen Überschneidungen kommt, wird in der dag.repo und freshrpms.repo Datei die Option enabled auf enabled=0 gesetzt.
Damit übergeht Yum die beiden Repositieres bei Abfrage- und Installationsoperationen.
Viele der Pakete werden bereits bei der Installation von Fedora Core installiert worden sein. Trotzdem wird zuerst mit Yum ermittelt, ob alle Pakete inklusive ihrer Entwicklerpakete installiert sind:
# yum list installed arts* cdparanoia* desktop-file-utils esound* flac* freetype* fribidi* gtk+* libpng* libjpeg* libungif* libogg* libvorbis* libdv* libtheora* SDL* xorg-x11* zlib*
Die fehlenden Pakete werden installiert mit
# yum install paketname paketname-devel
Wenn nur das Entwicklerpaket fehlt mit
# yum install paketname-devel
Folgende RPM Pakete werden aus dem Freshrpms und DAG Repository benötigt:
Um sicherzustellen, dass nur das Freshrpms und DAG Repository verwendet wird und es zu keinen Überschneidungen kommt, wird in der dag.repo und freshrpms.repo Datei die Option enabled wieder auf enabled=1 und dafür in den Dateien fedora-base.repo und fedora-updates.repo die Option auf enabled=0 gesetzt.
Hat man bereits mit den beiden Repositories gearbeitet, kann ebenfalls wie bei den Fedora Paketen zuerst eine Abfrage der installierten Pakete mit # yum list installed paketname1* paketname2* … durchgeführt werden.
Die fehlenden Pakete werden installiert mit
# yum install paketname paketname-devel
Wenn nur das Entwicklerpaket fehlt mit
# yum install paketname-devel
Viele Codecs / Formate wie z. B. Quicktime werden von MPlayer über Codecs / Bibliotheken eingebunden.
LIVE dient dem Abspielen von RTP/RTSP Audio- und Videostreams über die Aufrufe
# mplayer rtsp://serveradresse/streamdateiname
# mplayer sdp://sdpdateiname.sdp
Download des LIVE Quellcodes
Die folgenden Schritte zur Installation von LIVE werden als normaler Benutzer in einer zweiten Konsole begonnen:
Das MPlayer-Skins RPM enthält eine Reihe von grafischen Programmoberflächen ("Skins") für MPlayer, mit denen man das Aussehen des MPlayers abändern kann.
Der Programmname der grafischen Version des MPlayers heißt gmplayer, der Programmname der Konsoleversion mplayer.
Die grafische Version wird also über den Aufruf von gmplayer gestartet, mit dem ein Benutzermenü zur Verfügung steht, über das z. B. Dateien oder DVDs aufgerufen werden. Dateien, Internetstreams oder DVDs werden in der Konsole mit # mplayer [optionen] datei|url… abgespielt.
Nähere Informationen zur Anwendung in der Konsole finden sich in der englischsprachigen Dokumentation (die deutschsprachige Version ist total veraltet) im Kapitel Usage, Informationen zur Handhabung von CDs/VCDs/DVDs im Kapitel CD/DVD usage
