Jabber Benutzer in Roster aufnehmen
Um mit einem Jabber Benutzer überhaupt Nachrichten austauschen zu können, muss der Benutzer zuerst in den Roster aufgenommen und seine Präsenz abonniert werden. Mit dem Abonnement erhält man das Recht, die Präsenz, also den Status (online, verfügbar, abwesend, offline) des Kontakts angezeigt zu bekommen.
Der Vorgang des Präsenzbezugs ist an eine gegenseitige Zustimmung gebunden, die über den Versand von Bestätigungsnachrichten vereinbart wird. Das Präsenzbezugsrecht kann jederzeit von beiden Seiten widerrufen werden. Bei anderen IM Systemen wird dieser Vorgang als Autorisierung bezeichnet, weshalb der Begriff auch von einigen Jabberclients verwendet wird.

Ist die JID des Benutzers bekannt, startet man mit dem Psi Menüeintrag
Kontakt hinzufügen das Aufnahmedialogfenster und trägt sie in das Feld hinter Jabber-ID ein.
Mit dem gelben Icon neben der Jabber-ID kann man sich zuvor die Kontaktdaten im Jabber Nutzerverzeichnis anschauen, sofern er dort weitere Informationen veröffentlicht hat und über den
Nachschlagen Button automatisch den Spitznamen einfügen lassen, den der Kontakt im Nutzerverzeichnis eingetragen hat. Man sollte beachten, dass die Kontaktliste komplett auf den Jabber Servern gespeichert wird. Das heißt, auch die realen Namen, in die man vielleicht die Spitznamen der Kontakte im Roster umbenennt, werden auf dem Jabber Server gespeichert, was ggf. nicht im Interesse des Kontakts ist. Deshalb sollte man die Benennung von Kontakten bei den selbstgewählten Spitznamen belassen, ein anderes Pseudonym wählen oder den Nachnamen abkürzen.
Der Kontakt kann auch einer Gruppe hinzugefügt werden, sofern bereits über den Roster Gruppen angelegt wurden. Die Anlage von Gruppen und die Zuordnung von Kontakten zu einer Gruppe kann auch zu einem späteren Zeitpunkt über das Kontextmenü zum Kontakt im Roster erfolgen.
Gruppen erleichtern die Übersichtlichkeit des Rosters bei einer Vielzahl an Kontakten und Jabber Benutzerkonten auf verschiedenen Servern. Außerdem kann man durch das Adressieren einer Nachricht an eine Gruppe die Nachricht mehreren Kontakten zeitgleich zukommen lassen. Auch die Regeln der Privatsphäre-Listen lassen sich auf eine Gruppe anwenden.
Da die beiden weiteren Optionen aktiviert sind, ergeht an den Kontakt automatisch die Autorisationsanfrage zum Präsenzbezug und der Kontakt wird mit seinem Spitznamen in den Roster eingetragen.

Psi meldet nach Anklicken des Buttons
Hinzufügen, dass der neue Kontakt
nucleus in den Roster aufgenommen wurde. Das heißt jedoch noch nicht, dass der Psi Benutzer sofort den Status des neuen Kontakts sieht oder mit ihm kommunizieren kann, da beide Kommunikationspartner zuerst den Präsenzbezug wechselseitig autorisieren müssen.

Hier hat der neue Kontakt
nucleus die Anfrage von
benutzername zur Berechtigung des Präsenzbezugs erhalten und gibt seine Zustimmung mit dem Button
Hinzufügen/Autorisieren.

Der gleiche Vorgang spielt sich auf der anderen Seite beim Benutzer
benutzername ab. Er erhält von Psi die Anfrage von
nucleus nach Berechtigung des Präsenzbezugs durch
nucleus und gibt seine Zustimmung mit
Hinzufügen/Autorisieren. Erst danach schaut er mit dem Button
Nächste nach, welche weitere Nachricht übermittelt wurde.

Die nächste Nachricht besteht aus der Bestätigung, dass die Autorisation des Präsenzbezugs durch den Kontakt erfolgte. Die Anzeige der Bestätigung muss auf beiden Seiten erfolgen. Erst dann ist die gegenseitige Autorisation des Präsenzbezugs abgeschlossen und die beiden Partner können anfangen, miteinandern zu kommunizieren.
Sollten beim wechselseitigen Präsenzbezug Probleme oder Fehler auftreten, kann der Autorisationsvorgang manuell über das Kontextmenü eines Kontakts im Roster wiederholt werden. Dort findet sich der Menüeintrag
Autorisation, über den mit
Autorisation erneut senden dem Kontakt das Präsenz-Bezugsrecht nochmals erteilt oder von dem mit
Autorisation einholen nochmals die Autorisation eingeholt werden kann. Dort findet sich auch der Befehl
Autorisation widerufen, mit dem man einem Kontakt das Präsenz-Bezugsrecht wieder entziehen kann.
Das Beispiel zeigt auch, dass es nicht notwendig ist, dass Benutzer auf dem gleichen Jabber Server ein Konto unterhalten müssen, um miteinander kommunizieren zu können.
Kommunikation ohne Präsenzbezug/Autorisation
Abweichend vom dauerhaften Präsenzbezug mit vorhergehender Autorisation kann man über die Psi Optionen steuern, ob auch nicht autorisierte Kontakte Nachrichten versenden dürfen und wie solche Nachrichten in Erscheinung treten oder ob neue Kontakte automatisch autorisiert werden.
Das Zulassen von Nachrichten nicht autorisierter Kontakte bietet den Vorteil, dass Personen einmalige Nachrichten oder Anfragen versenden können, ohne das sich der Roster mit Kontakten füllt, mit denen darüber hinaus keine weitere Kommunikation stattfindet. Der Nachteil: Da keine Beschränkung existiert, kann die Ausnutzung der aktivierten Optionen zum Versand von Spam Nachrichten ("SPIM") durch nicht autorisierte Jabber Nutzer missbraucht werden.
Die Optionen im Menü Nachrichteneingang:
- Erlaube das automatische Öffnen von Ereignissen von nicht aufgeführten Benutzern
Aktivierung bewirkt die automatische Anzeige von Nachrichten nicht autorisierter Kontakte in Chat- oder Nachrichtenfenstern.
- Ignoriere Ereignisse von Kontakten, die sich nicht bereits in Deinem Roster befinden
Deaktivierung bewirkt die Zustellung von Nachrichten nicht autorisierter Kontakte.
- Auto-Autorisation von Kontakten
Aktivierung bewirkt die automatische Autorisation von Kontakten, die eine Anfrage zum Abonnement des Präsenzbezugsrechts versendet haben.