Besitzt man als Kunde ein Konto bei einem Internetzugangs-Provider ("Internet Access Provider"), weist der Provider dem Kunden jedesmal eine wechselnde Adresse zu, wenn sich der Kunde über seinen Rechner bzw. Router beim Provider mit seinen Zugangsdaten einloggt, um sich mit dem Internet zu verbinden. Eigentlich wird sie auch nicht "dem Kunden", sondern der Netzwerkschnittstelle bzw. Netzwerkkarte des Rechners oder Routers zugewiesen.
Die Adresse ist eine eindeutige Kennung, die für das Internet Protokoll (IP) – dem grundlegenden Netzwerkprotokoll des Internets zur Adressierung von Datenpaketen – in der Version 4 aus vier Zahlengruppen mit je drei Zahlen besteht. Die Adresse 130.94.122.195 ist zum Beispiel eine IPv4 Adresse. Sie wird deshalb auch kurz als "IP-Adresse" bezeichnet – bei der obigen Zugangsart auch "dynamische IP-Adresse". Bei einem anderen Kontotyp wechselt diese IP-Adresse nicht bei jedem Login-Vorgang, sondern der Kunde kann über eine gleichbleibende, "statische IP-Adresse" verfügen.
Jedem Gerät, das dem Absenden, Übertragen und Empfangen von Datenpaketen über das Internet dient, ist eine IP-Adresse zugewiesen, die in das Adressfeld zur Aufnahme des Absenders (der Quelle) und Empfängers (des Ziels) jedes Datenpakets eingetragen werden, um sie in einem Netzwerk über das Steuerungsprotokoll zur Datenübermittlung ("Transmission Control Protocol", TCP) – dem grundlegenden Netzwerkprotokoll des Internets für den zuverlässigen Transport von Datenpaketen – dem richtigen Empfängerrechner zustellen zu können und eine wechselseitige Kommunikation zwischen Sender- und Empfängerrechner zu ermöglichen.
Neben der IP-Adresse benötigt der Kunde die IP-Adresse eines oder mehrerer DNS Nameserver. Das sind spezielle Rechner, zu deren Funktion die Übersetzung bzw. Namensauflösung eines Full Qualified Domain Namens wie zum Beispiel "hp.kairaven.de", der auch als Hostname bezeichnet wird, in die IP-Adresse gehört. Die IP-Adresse wird benötigt, da im Internet alle Datenpakete nur mit IP-Adressen adressiert werden und nicht mit den Hostnamen.
Für die Namensauflösung trägt der Kunde manuell die IP-Adressen der Nameserver seines Providers in die Netzwerkkonfiguration seines Betriebssystems oder Routers ein. In den meisten Fällen lässt er sich die IP-Adressen der Nameserver wie seine eigene IP-Adresse automatisch durch den Provider übermitteln.
Wenn der Internetnutzer einen Internetdienst wie WWW, E-Mail, FTP, Usenet, IRC oder Jabber in Anspruch nimmt, heißt das, über entsprechende Internetanwendungen wie Webbrowser, Mail- und FTP-Programme, Newsreader und Jabber-Clients lässt der Internetnutzer seinen Rechner eine Verbindung mit entfernten Zielrechnern im Internet herstellen, die als Web-, Mail-, FTP-, News-, IRC- und Jabber-Server die entsprechenden Dienste anbieten.
Zuvor übergibt der Internetnutzer der Internetanwendung eine URI Information, die den Hostnamen des Zielrechners enthält, der zuerst in die IP-Adresse aufgelöst wird.
Zusätzlich zum Hostnamen kann er der Internetanwendung den genauen Pfad zu bestimmten Dateien oder Verzeichnissen auf dem Zielrechner und die Portnummer übergeben. Die Ports dienen ebenfalls der Verbindung zwischen zwei Rechnern, der Adressierung von Datenpaketen und ihrer Zuordnung zum entsprechenden Internetdienst bzw. Dienstprotokoll.
Die Verbindung wird über die obigen IP und TCP Protokolle und Dienstprotokolle (z. B. HTTP, SMTP, IMAP, POP3, NNTP, IRC, XMPP) hergestellt und aufrechterhalten. Dabei wird auch immer die IP-Adresse des Internetnutzers bis zum Server des Diensteanbieters weitergeleitet.
Neben der IP-Adresse werden in den Datenpaketen die verwendeten Ports, Zeitangaben, Pfadangaben zu bestimmten Dateien, die eigentlichen Nutzdaten (z. B. der Inhalt einer mp3-Datei, einer Webseite, Benutzernamen und Passwörter) und Informationen der Internetanwendung, die u. a. Angaben zum verwendeten Betriebssystem, Versionsnummern und bevorzugten Sprachen enthalten können, transportiert und bis zum Zielrechner weitergeleitet.
Die Datenpakete werden aber nicht direkt zwischen dem Rechner des Internetnutzers und den Servern, auf denen Internetdienste laufen, ausgetauscht und übertragen, sondern durchlaufen – da "das Internet" aus vielen global zusammengeschalteten Netzwerken besteht, die wiederum aus verschiedenen Netzwerkkomponenten bestehen – mehrere Zwischenstationen in unterschiedlicher Anzahl.
Vom Rechner des Internetnutzers gelangen die Datenpakete zuerst in das Netzwerk des Providers und werden von dort über Router, Switches, Gateways, Internet-Knoten, die als Austauschpunkte die Netzwerke der Provider miteinander verbinden, bis in das Netzwerk des Providers des Servers weitergeleitet und schließlich dem Server selbst zugestellt.
Auf jedem Server kann der Anbieter eines Internetdienstes Anwendungen laufen lassen, die alle Daten und Informationen – inklusive der IP-Adresse, die der Internetnutzer zu ihm übertägt, in Logdateien aufzeichnen, in Datenbanken abspeichern und mit weiteren Programmen weiterverarbeiten oder auswerten. Das trifft für alle obigen Zwischenstationen im Internet zu, die Datenpakete des Internetanwenders passieren.

Die Gründe für das Protokollieren in Logdateien und Datenbanken sind vielfältig: Die Daten dienen den Betreibern der Server und Zwischenstationen für statistische Auswertungen zwecks Veränderung oder Verbesserung der Angebote und Funktionen, als Ausgangsmaterial für Analysen zur Erkennung von Angriffen, Einbruchsversuchen, Spammern oder Nutzern, die seinen Dienst missbrauchen, der Befriedigung persönlicher Neugier, der kommerziellen Nutzung per Weiterverkauf an Werbeunternehmen und Data-Mining Agenturen oder für den zielgruppengenauen Einsatz von Werbung und für Data-Mining Analysen, bei denen die Daten mit weiteren Daten verglichen, verknüpft und mit statistischen Methoden ausgewertet werden, um zum Beispiel Nutzungs-, Konsum-, Interessens-, Persönlichkeits- und Beziehungsprofile für jeden einzelnen Nutzer anfertigen zu können.
Neben der Erhebung und Nutzung der Daten durch Diensteanbieter, Betreiber der technischen Internet-Infrastruktur und private Dritte, können Polizeibehörden und Geheimdienste offiziell auf der Grundlage einer Reihe von Gesetzen, die der Strafverfolgung, aber auch der präventiven Gefahrenabwehr und Kriminalitätsvorbeugung dienen sollen, Auskünfte zu den persönlichen Stammdaten und Systemdaten des Internetnutzers einholen und die Herausgabe der Logdateien bei Providern und Internetdienstenabietern einfordern.
Zusätzlich können Sicherheitsbehörden nach richterlicher Genehmigung die Echtzeit-Überwachung der Internetkommunikation und transportierten Daten anordnen. Der Bundesnachrichtendienst kann außerdem für die strategische Fernmeldeaufklärung den ins Ausland abgehenden Internetdatenverkehr mit versiegelten "Blackbox" Abhörschnittstellen überwachen.
Information über das ECHELON System und gleichartige Systeme, auf das Internet ausgerichtete Programme zum Data-Mining und Datenabfangen, die von Militär- und Geheimdienstebehörden entwickelt und eingesetzt werden und Internetüberwachungszentren im In- und Ausland, in denen Vertreter der Polizei- und Geheimdienstbehörden verdeckte Internetüberwachung betreiben und Daten auswerten, lassen den Rückschluss zu, dass auch inofiziell, informell und illegal Daten, die Internetnutzer senden, empfangen und mit anderen Rechnern austauschen, abgefangen, gesammelt und ausgewertet werden.
Über die im Inland, europäischen Ausland und in außereuropäischen Staaten gesetzlich erzwungene Vorratsdatenspeicherung von Verkehrsdaten (VDS), die Internetzugang-, Internetdienste- und Telekommunikationsdiensteanbieter durchführen müssen, werden für jeden Internetnutzer verdachts- und anlassunabhängig monate- bis jahrelange nahezu alle Internetverbindungen mit IP-Adressen, Zeitpunkten und Zeiträumen der Internetnutzung, E-Mail Adressen, Benutzer- und Anschlusskennungen in einer VDS-Datenbank abgespeichert. Datensätze aus der VDS-Datenbank können dann über die bereits bekannten Überwachungsschnittstellen für die ITK-Überwachung an alle Sicherheitsbehörden und weitere dazu ermächtigte Behörden übertragen werden.
Um allen oben dargstellten Möglichkeiten und Konseqenzen der nicht anonymen Internetnutzung praktisch-technisch zu begegnen, damit Eingriffe in die eigene Privatsphäre, Aufhebung persönlicher Geheimnisse, Einblicke in Kommunikationsinhalte, Bildung verschiedener Profiltypen zur eigenen Person und Angriffe gegen das Recht, selbst über Umfang und Qualität der Daten zu bestimmen, die Andere erheben und weiterverarbeiten, abzuwehren, sind mehrere Methoden, Verhaltens- und Grundregeln anzuwenden:
Wer mehr erfahren und Tor maximal ausschöpfen will, der lese weiter.
Der Begriff "Netiquette" bezeichnet Verhaltensregeln, die sich die Nutzer bestimmter Internet-Dienste und -Plattformen freiwillig selbst geben und auferlegen, ohne dass sie rechtsverbindlich wären. Auch bei der Nutzung von Anon-Plattformen sollten die Anwender bestimmte Verhaltensregeln beherzigen, die hier als Vorschlag aufgeführt sind:
Jeder Nutzer einer Anon-Plattform, der gegen diese Verhaltensregeln handelt, trägt aktiv dazu bei, dass in letzter Konsequenz keinem Nutzer und damit ihm selbst eine Anon-Platfform zur Verfügung steht.